In den 60er Jahren wurde sie noch als gesundheitsgefährdend diffamiert, jahrzehntelang vom Importweizen und Reis verdrängt. Nun ist sie salonfähig geworden, findet sich auf Speisekarten von Feinschmeckerrestaurants und demnächst auch auf der diplomatischen Bühne: Chenopodium Quinoa. Am 29. Oktober war – vor den Sturmwarnungen – geplant gewesen, während der Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2013 als “Internationales Quinoa-Jahr” auszurufen.
Dies unter Anwesenheit der “Quinoa-Botschafter” Nadine Heredia Alarcón, peruanische Präsidenten-Gattin, sowie Evo Morales Ayma, Präsident des bolivianischen Staates, auf den u. a. die Initiative zu diesem Jahr zurückgeht.
Die Renaissance der Quinoa deutete sich bereits an, als Konflikte zu ihrer Patentierung bekannt wurden. Das “Korn der Inka”, dessen Anbau auf die Zeit von ca. 5000 Jahren vor Christi Geburt zurückgehen soll, wird schon längst nicht mehr nur in den Bergregionen der Anden angebaut. Sechs Staaten produzieren die Quinoa inzwischen kommerziell, in 70 Ländern laufen Versuche, das hochwertige Nahrungsmittel zu produzieren, darunter auch Frankreich, England, Schweden oder Kenia, heisst es auf der offiziellen Homepage (www.aiq2013.org) des Internationalen Quinoa-Jahres.
Auch wenn in deutschen Bio- oder Eine-Welt-Läden nur zwei bis drei Quinoa-Sorten zu finden sind, gibt es eine weit grössere Vielfalt. Sie macht den Anbau in Regionen mit Temperaturen von -8 Grad bis 38 Grad Celsius und in Höhen vom Meeresspiegel bis hinauf über 4000 Meter Höhe möglich. Der Aymara-Bauer Don Eustaquio Velásquez aus einer peruanischen Landgemeinde nahe des Titikakasee pflegt mehr als 20 Sorten auf seinem kleinen Acker.
Der Wert der Quinoa, “Ein Schatz für die Welternährung”, liege nicht nur in dem Korn selbst, sagt José Graziano da Silva, Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, sondern auch in dem Wissen, das mit dem Anbau verbunden sei. Die Quinoa gilt als eine Antwort der indigenen Kulturen auf klimawandelfolgenbedingte Ernaehrungskrisen. Auch wenn etwa meine Tochter nicht gerade ein Quinoa-Fan ist: Dadurch, dass die Quinoa praktisch alle essenziellen Aminosäuren sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe enthält, bietet sie sich insbesondere für vegetarische Ernaehrung geradezu an.
Wie alle Produkte, die für den Weltmarkt interessant geworden sind, gibt es nun auch bei der Quinoa Verdrängungsprozesse, bei denen die lokale Sortenvielfalt zugunsten der international nachgefragten Sorten zurückgedrängt wird. Und mancher Bolivianer beklagt sich über die steigenden Preise, die dem lokalen Konsum schaden.
So kommt das Internationale Quinoa-Jahr nicht nur recht, um Werbung für dieses lange unterschätzte und vernachlässigte Nahrungsmittel zu machen, sondern auch, um sich über den Konflikt zwischen Agrobusiness und kleinbäuerlicher Agrarkultur Gedanken zu machen.
Während Evo Morales in New York das Internationale Quinoa-Jahr hätte eröffnen sollen, waren zeitgleich in den bolivianischen Städten Potosí, Oruro und La Paz Quinoa-Märkte und Präsentationen der letzten wissenschaftlichen Erkenntnisse geplant.
Wann die offizielle Eröffnung nachgeholt werden soll, ist noch nicht bekannt.
(Quelle: TAZ-Zeitung vom 27.10.12, von Peter Strack)
weitere Infos auch bei El Puente !
Erstmals Quinoa-Wochen im Restaurant Lingner (Deutsches Hygienemuseum Dresden).
26. Feb 2013 | Bolivien | Politik | Soziales | Wirtschaft (america21.de)
Morales prangert Boykott des Jahres der Quinoa-Pflanze an
Poonal/Púlsar
26.02.2013 07:07
La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat den Boykott transnationaler Unternehmen gegenüber der Quinoa-Pflanze angeprangert. Diese hätten versucht, den seit tausenden Jahren in den Anden kultivierten getreideähnlichen Samen zu verteufeln. Morales lobte jedoch die Bemühungen der Vereinten Nationen, das Nahrungsmittel zu fördern. Die UN hatten 2013 zum Jahr der Quinoa erklärt.
Der Präsident des Andenstaates sagte, transnationale Konzerne versuchten, diese Initiative zum Scheitern zu bringen. Der Quinoa-Samen werde von den Konzernen als Bedrohung für ihre “Imperien billiger Junkfood-Lebensmittel” wahrgenommen. Die Unternehmen versuchten weiterhin, die Lebensmittelproduktion unter ihre Kontrolle zu bringen und die Märkte zu dominieren.
Am vergangenen 20. Februar hatte Morales im New Yorker UN-Sitz eine Rede im Rahmen der Feierlichkeiten des Internationalen Jahres der Quinoa-Pflanze gehalten. Der bolivianische Amtsinhaber verteidigte den Wert der Pflanze und erklärte, dass sie ein Urerbe der Andenbewohner sei. Quinoa werde dort seit mehr als 7.000 Jahren angebaut. Er versicherte, dass die jahrtausende alte Pflanze zur Lösung der aktuellen Lebensmittelkrise beitragen könne.
Die großen Wirtschaftsmächte seien “nicht an der menschlichen Gesundheit, sondern an Gewinnen interessiert”. Die Andenvölker aber hätten zahlreiche Vorschläge, um die weltweite Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Dazu gehöre auch die Quinoa-Pflanze.
Kipepeo – Mehr Gerechtigkeit für Ostafrika


Vom Diakon zum Unternehmer – so exotisch wie “seine“ Früchte ist auch der Lebensweg von Siegfried Hermann. Oder war es vielleicht doch nicht so abwegig, die miserable Situation der KleinbäuerInnen in Ostafrika neben Worten auch mit Taten verbessern zu wollen?
Vielleicht hat da auch die Vorsehung mitgespielt: Als nach 7 Jahren Afrika-Aufenthalt die Familie zurück nach Deutschland kam, stürzte der Vater von vier Kindern sich in das Wagnis Unternehmertum. Deshalb absolvierte er eine Ausbildung zum Handelsfachwirt und begann 1999 den Import tropischer Früchte – bio gezogen und fair gehandelt in frischer und getrockneter Form. „Kipepeo“ – Schmetterling heißt seine Firma, die nun schon seit 13 Jahren existiert.
An diesem Abend nimmt er uns anhand von Bildern zum Abenteuer Fairer Handel mit nach Uganda und Tansania.
Sein Motto: VIELE kleine LEUTE an vielen kleinen Orten, die VIELE KLEINE SCHRITTE tun, KÖNNEN das Gesicht der WELT VERÄNDERN.
Veranstaltungsort: Quilombo “Eine Welt”-Verein und -Laden

Dresden Fernsehen, 3.3.13:
Dritte Dresdener-Tibet-Tage starten diese Woche
Die Vorbereitungen für die bunten Kulturtage über Tibet, dem Dach der Welt, sind in Neu Gorbitz, dem Dach der Stadt Dresden, abgeschlossen.
Da man sagt, dass nach dem dritten Mal eine Tradition geboren ist, sind mit den dritten Tibet-Tagen wohl eine neue Dresdner Tradition entstanden. Die Bürgerinitiative GoBI widmet sich mit den Tibet-Tagen der Geschichte und Kultur des fernen Hochlandes mit Filmen, Infotischen, Diskussionen, tibetischen Märchen und vielem mehr.
Der Starttermin des 10.03. ist wohl gewählt, denn der 10.03. ist ein tibetischer Gedenktag. Im Jahre 1959 lehnte sich an diesem Tag das tibetische Volk gegen den brutalen Einmarsch der chinesichen Armee auf. In den folgenden Tagen verloren über 87.000 Tibeter ihr Leben. Der Dalai Lama bezeichnet die bis heute anhaltende Zeit als kulturellen Völkermord. An diesem Tag wird durch das Zeigen von Tibetfahnen an Dresdener Gebäuden, Autos, etc. an diesen Tag und den bis heute andauernden Freiheitskampf erinnert.
“Während am Rathaus der Stadt Leipzig an diesem Tag seit Jahren die tibetische Fahne zu finden ist, verweigert sich das Dresdner Rathaus bis heute diesem solidarischen Akt für Demokratie und Menschrechte, was aus humanistischem Verständnis nicht nachvollziehbar ist”: so Organisator Mathias Körner (34). Er sagt weiterhin: „Ob tibetischer Märchenabend für Erwachsene, Vorträge, Diskussionen und Infotische – man darf ab dem 10.03. gespannt sein, denn wir bringen die Kultur des Himalajahochlandes innovativ und auch unkonventionell zu den Dresdnern. Diese sind vor allem zur Hauptveranstaltung eingeladen, bei der mit Beisein und Erläuterungen des Dresdner Filmemachers Uwe Schwarz zu rechnen ist und sein Film “Gesichter des Himalaja” vorgeführt wird. Der Eintritt ist frei.”
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Termine |
| Sonntag 10.03.13
0-24Uhr “Flaggen-Demo” ist eine mahnende Demo durch das Hissen von Tibet-Flaggen in Dresden (Flaggen erhältlich bei der GoBI für 5€ Pfand/ Kauf). Hiermit zeigt man Flagge für Tibet und damit mahnt man die Einhaltung von Menschenrechten auch in Tibet an.
Mittwoch 13.03.13 19-20.30Uhr “Tibet-geheimnisvolles Land im Hochgebirge” in der Stadtteil-Bibliothek-Gorbitz. Dr. Dagmar und Dr. Nobert Urbansky besuchten in Frühherbst 2012 Teile der Zentralprovinz Ü mit Lhasa und der Provinz Tsang mit den Städten Gyantse und Shigatse, außerdem fuhren sie von Lhasa bis Xining mit der Lahsa-Bahn, was nun multimedial Vorgetragen wird. Einlass ab 19Uhr, Eintritt frei;;
Donnerstag 14.03.13 19,30-22Uhr Filmvorführung “Gesichter des Himalaya” im Club- Passage“, Einlass ab 19 Uhr , Eintritt frei. Dieser Film gibt einen eindrucksvollen Einblick abseits der Touristenrouten in abgelegene Bergdörfer und Klöstern von Nepal, Ladakh und Tibet. Vorab gibt der Regieseur persönlich eine Einleitung. Danach besteht weiterhin die Möglichkeit auf Speisen, Getränke, Informationen und Diskussionen zu Tibet.
Mittwoch 20.03.13 19-20.30Uhr Buchlesung von Tibetischen Märchen. Brigitte Deicke ließt auf Deutsch für Erwachsene aus einem Tibetischen Märchenbuch in der Stadtteil-Bibliothek-Gorbitz, Einlass ab 19Uhr, Eintritt frei; |
Mit „Ärzte für die Dritte Welt – German Doctors“ in Bangladesh
Dieser Verein ist eine seit 1983 international tätige Nichtregierungsorganisation. Sie entsendet unentgeltlich arbeitende Ärztinnen und Ärzte nach Asien (Philippinen, Indien, Bangladesh), Afrika (Sierra Leone, Kenia) und Lateinamerika (Nicaragua).
2011 wurden in zehn medizinischen Projekten 338 Einsätze von 310 Ärztinnen und Ärzten durchgeführt. In diesen sind auch viele einheimische MitarbeiterInnen tätig. Sie gewährleisten die Kontinuität der Arbeit und bilden die Brücke zu den Patienten, da sie deren Sprache sprechen und – oft ebenfalls aus einfachen Verhältnissen kommend – die Lebensverhältnisse und Kultur gut kennen.
Die Dresdner Ärztin Dr. Almut Schreiber schildert in Wort und Bild Ihre Eindrücke von einem Einsatz in der zweitgrößten Stadt Chittagon, wird über Ziele und Möglichkeiten solchen Engagements berichten und mit Ihnen/Euch darüber in einen Dialog treten.
Veranstaltungsort: Quilombo “Eine Welt”-Verein und -Laden
Gemeinsame Pressemitteilung von SACHSEN KAUFT FAIR und CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung
Sächsische CDU/FDP-Regierungskoalition will ihre Vergabegesetzreform durch den Landtag winken
Der Regierungsentwurf eines neuen Vergabegesetzes soll bereits am 30./31. Januar 2013 mit der Regierungsmehrheit verabschiedet werden. Die sächsische Landesregierung hält weiter daran fest, dass sie „auf den Zwang zu jeglichen sachfremden gesellschaftspolitischen, sozialen und ökologischen Auflagen bei der Auftragsvergabe verzichtet“. Schleswig-Holstein dagegen schreibt in seinem Gesetzentwurf die Beachtung von Tarif- und Menschenrechten vor und führt darüber einen intensiven Dialog mit der Zivilgesellschaft. Insgesamt zwölf Bundesländer berücksichtigen Menschenrechte sowie Tarifrechte in der Reform ihrer Vergabegesetze.
Iris Kloppich, Vorsitzende des DGB-Bezirks Sachsen, betont: „Die Erteilung öffentlicher Aufträge muss an zeitgemäße Tarif-, Sozial- und Ökostandards gebunden sein. Nur so ist Lohndumping auszuschließen und eine hohe Qualität von Leistungen und Produkten zu gewährleisten.“ Auch Bettina Musiolek von der Allianz SACHSEN KAUFT FAIR in Dresden betont: „Sächsische Kommunen wollen Rechtssicherheit, wenn sie nachhaltig einkaufen. Diese verwehrt ihnen die Landesregierung mit ihrer Haltung, Menschenrechte seien ‚vergabefremd’. Damit isoliert sich die Regierungskoalition europaweit.“ Sie fügt hinzu: „Die Nachhaltigkeitsziele der Landesregierung werden durch diesen Gesetzentwurf nachhaltig konterkariert.“
Während das CSU-geführte Bundesministerium des Inneren eigens eine bundesweite „Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung“ eingerichtet hat, um nach eigener Darstellung “als Motor die öffentliche Beschaffung ökologischer und sozial kompatibler zu gestalten”, hält die sächsische Landesregierung – laut eigener Aussage “entgegen der allgemeinen Entwicklung“ – daran fest, dass sich Wirtschaft und Menschenrechte fremd seien. Diese Haltung der sächsischen Regierungskoalition widerspricht zudem den „UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“, welche die Einhaltung von Menschenrechten zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen erklären.
„Es ist nicht akzeptabel, dass die Öffentliche Hand durch den Einkauf der billigsten Waren und Dienstleistungen ausbeuterische oder gar tödliche Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung in Kauf nimmt“, betont Heike Drillisch vom CorA-Netzwerk.
Hintergrundinformation:
CDU-FDP-Vergabegesetzentwurf vom 27.9.2012, Drs. 5/10276
Bundesländer, in denen UN-Normen und Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation IAO bereits berücksichtigt werden, sind NRW, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg.
Die Nachhaltigkeitsziele der sächsischen Landesregierung sind in den Dokumenten „Sachsen 2010 – Wegweiser für unseren Freistaat“ und „Aktionsplan Klima und Energie“ nachzulesen.
Kontakt:
Dr. Bettina Musiolek ed.neshcas-tlewenienull@fuakriaf 0351-49 233 61/64
Dr. Heidi Becherer ed.bgdnull@rerehceB.idieH 0351-8633 121
Heike Drillisch ed.ztenarocnull@ofni 030-2888 356 989
Im bundesweiten CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung (”Corporate Accountability”) haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen zum Thema “verbindliche Unternehmensverantwortung” zusammengeschlossen. www.cora-netz.de
Die Allianz SACHSEN KAUFT FAIR (Entwicklungspolit. Netzwerk Sachsen ENS, DGB Sachsen, Grüne Liga Sachsen, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens) setzt sich für die Beachtung von Menschenrechten und Umweltbelangen im Einkauf der Öffentlichen Hand ein. www.sachsen-kauft-fair.de
Diese Information bekamen wir am 12.2.13 vom ENS.
Valentinstag in der Blumenindustrie: arbeitsrechtliche Mindeststandards oftmals Fehlanzeige
Köln, 14. Februar 2013. Ein frischer Blumenstrauß gehört für viele zum Valentinstag dazu. Was viele nicht wissen ist, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter der Blumenindustrie vor dem „Tag der Liebe“ besonders ausbeuterischen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Darauf weist die Menschenrechtsorganisation FIAN heute hin. Regierungen müssen die Einhaltung international anerkannter Arbeitsnormen besser kontrollieren, fordert FIAN daher.
Der Valentinstag bedeutet für Blumenarbeiterinnen in Ostafrika und Lateinamerika Akkordarbeit: 16 Stunden und mehr müssen sie vielerorts arbeiten, um die Bestellungen aus Europa und Nordamerika zu bedienen. Die vorgesehenen Wartezeiten nach dem Sprühen von zum Teil hochgefährlichen Pestiziden werden in den Wochen vor dem 14. Februar oft nicht eingehalten. „Die Blumenarbeiterinnen müssen dann im Pestizidnebel arbeiten – mit schwerwiegenden Folgen für ihre Gesundheit. Und das für einen Hungerlohn, erklärt FIAN-Referentin Gertrud Falk. „Das bedeutet eine Verletzungen ihrer wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechte“, ergänzt sie.
Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich gegen solche ausbeuterischen Arbeitsbedingungen zur Wehr setzten, riskieren oft unrechtmäßige Sanktionen ihrer Arbeitgeber. Ein aktuelles Beispiel dafür ist ein Betrieb des multinationalen Unternehmens Falcon in Kolumbien. Vor einem Jahr behielt das Unternehmen mehrere Wochen Löhne und Sozialversicherungsbeiträge von 200 Arbeitskräften ein. Als sich sieben von ihnen daraufhin gewerkschaftlich organisierten und bei der Geschäftsführung gegen diese Behandlung protestierten, wurden 72 Gewerkschaftsmitglieder ausgesperrt.
Erst nach der Intervention von FIAN ließ das Unternehmen sie wieder an ihre Arbeitsplätze. Inzwischen hat das Unternehmen Insolvenz beantragt und die Belegschaft erneut wegen einer Rosenkrankheit – unrechtmäßig – ausgesperrt. „Regierungen müssen Unternehmen strenger kontrollieren, damit diese sich nicht so leicht über Arbeitsschutzgesetze hinwegsetzen können“, fordert Falk. „Der bewusste Konsum allein reicht nicht aus, um die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen von Blumenarbeiterinnen und Blumenarbeitern zu beenden.“
Vortrag, Filmvorführung und Austausch:
Eine Welt in der Krise – Massenarbeitslosigkeit, Finanzchaos und globale Erwärmung sind nur einige der drängendsten Missstände unserer Zeit. Schlagworte wie Nachhaltigkeit und Lokalisierung drängen in unser Bewusstsein – doch wie sind diese zu verstehen? DIE ÖKONOMIE DES GLÜCKS geht einem Weltwirtschaftssystem, das sich vor der Havarie befindet, auf den Grund und nähert sich der Frage: Wie kann eine glückliche Zukunft aussehen? Zu Wort kommen dabei WissenschaftlerInnen und AktivistInnen aus der ganzen Welt. Sie alle plädieren für einen alternativen Weg in die Zukunft: demokratisch, menschlich, ökologisch und lokal. Sie praktizieren die „Ökonomie des Glücks“.
Die Dokumentation stellt mit einer beeindruckenden Deutlichkeit die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zusammenhänge der weltweiten Krise dar, regt dabei zum Nachdenken an und provoziert durch die Konfrontation unserer alltäglichen Annehmlichkeiten mit ihren globalen Auswirkungen. Produzentin und Koregisseurin ist die renommierte Wissenschaftlerin, Autorin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Helena Norberg-Hodge.
Website zum Film: http://www.theeconomicsofhappiness.org/dieoekonomiedesgluecks
Die Rechte für die einmalige Aufführung beim Verlag BraveHearts International GmbH haben wir erworben.
Veranstaltungsort: Stammsitz
Vortragsplakat zum Ausdrucken, Aushängen und Weiterleiten
Lebenszeichen 2013- nicht nur schön, sondern auch mit ausführlichen ethischen Informationen auf den Rückseiten!
“Wasser ist Leben”lautet das Thema des neuen Bildkalenders „Lebenszeichen 2013“ der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Ob im arktischen Eismeer oder im tropischen Regenwald, in ausgedörrter Savanne, an den Ufern gewaltiger Ströme oder auf kleinen Inseln in hoher See – welch facettenreiche Rolle das Wasser für den Menschen spielen kann, zeigt der Kalender eindrucksvoll auf qualitativ hochwertigen großformatigen Bildern. Die farbenprächtigen und stimmungsvollen Motive fangen Szenen aus ganz unterschiedlichen Kulturen rund um den Globus ein. Sie reichen von den Inuit im hohen Norden über die Friesen auf den Halligen im Wattenmeer, den Küstenfischern in Westafrika bis hin zu den Pygmäen im Regenwald des Kongo, den Ureinwohnern in den Bergen Thailands, den Papua im fernen Ozeanien und den Mandäern im Zweistromland. Format 44 x 32 cm, 13 großformatige Farbbilder, auf den Rückseiten illustrierte Texte zum Thema – 20 Euro
Infos bei der Homepage von Gesellschaft für bedrohte Völker |
Natürlich haben wir auch den Eine-Welt-Taschenkalender für 2013 bei uns zum Verkauf wieder da!!!!
Das Lachen der Kinder in Tamil Nadu
Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu rund um die Stadt Tirupur befindet sich einer der größten weltweiten Textilstandorte, an dem auch viele bekannte Modeunternehmen produzieren lassen. Hergestellt werden die Textilien leider teilweise immer noch von sehr jungen Frauen und auch Kindern unter völlig menschenunwürdigen Bedingungen.
Um diese Zustände endlich zu beenden, arbeiten einige Projektpartner der internationalen Kinderhilfsorganisation terre des hommes daran, Kinder vor ausbeuterischer Arbeit zu schützen. Das Tolle ist – sie sind erfolgreich!
Im Oktober 2012 haben sich ehrenamtliche Mitglieder von terre des hommes auf den Weg gemacht, um sich vor Ort über die Projektarbeit zu informieren und um im direkten Kontakt mit den Menschen über ihre Schicksale, aktuellen Situationen und Perspektiven zu sprechen.
In einem Reisebericht mit Einblicken und Ausblicken schildert einer der Mitreisenden, Michael Grumbach, seine Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen.
Sie werden an diesem Abend unter anderem etwas über Projekte erfahren, die
- mit Kindern (hauptsächlich Mädchen) zusammen arbeiten, die von einer der schlimmsten Form der Kinderarbeit, dem Sumangali-System, betroffen waren
- sich um ehemalige Straßenkinder kümmern
- sich für den Erhalt kleinbäuerlichen Strukturen und der ökologischen Bewirtschaftung von Landflächen einsetzen und dabei sehr interessante und autarke Produktionsverfahren entwickelt haben
- Frauenkooperationen in ländlichen Gebieten und Slums unterstützen
Um den Menschen einen wirksamen und nachhaltigen Selbstschutz vor jeglicher Form von ausbeuterischer Arbeit zu ermöglichen, ist die Bildungsarbeit im schulischen und beruflichen Bereich in allen Projekten einer der Hauptschwerpunkte. Deshalb erfahren Sie auch etwas über das soziale und politische Engagement der Kinder, ihr neu gewonnenes Selbstbewusstsein, ihre aussichtsreichen Zukunftsperspektiven und die zauberhafte Kraft ihres Lachens und was wir dadurch von ihnen lernen können.
Gemeinsam werden wir am Ende der Frage nachgehen, welche Möglichkeiten wir haben, um Menschen in ihrem Bestreben nach gerechten Lebens- und Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Und vielleicht stellen wir fest, dass diese Möglichkeiten gar nicht so weit von uns entfernt sind und wir sie viel unkomplizierter umsetzen können, als wir uns das immer vorstellen.
Denn wie sagte es Mahatma Gandhi so treffend:
“Wir müssen die Veränderung sein, die wir auf der Welt sehen wollen.”
Veranstaltungsort: Stammsitz
Veranstaltungsplakat zum Ausdrucken, Aushängen und Weitergeben




