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Die krumme Welt der Banane

Ob Kaffee, Tee oder Bananen: in der Regel werden diese "Kolonialwaren" in sog. Entwicklungsländern auf riesigen Plantagen angebaut, um sie dann zu niedrigsten Preisen auf dem Weltmarkt zu handeln.

Für uns VerbraucherInnen sind Bananen billig, da die sozialen und ökologischen Kosten der Produktion auf die ArbeiterInnen der bananenproduzierenden Länder verlagert werden.

Die Banane ist die wichtigste Exportfrucht der Welt, und Deutschland mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 14 Kg durchaus eine Bananenrepublik. Fast ein Zehntel des weltweiten jährlichen Exports von 14 Mio. Tonnen Bananen geht nach Deutschland.

80% der weltweiten Bananenproduktion werden von vier multinationalen Unternehmen kontrolliert (Chiquita, Dole, Delmonte, Fyffes). Diese Bananen stammen v.a. von den großen Plantagen Lateinamerikas, auf denen auf Mensch und Natur bei ihrem Anbau wenig Rücksicht genommen wird: riesige Monokulturen, Einsatz hochgiftiger und in Deutschland auch verbotener Pestizide und Düngemittel, Bodenerosionen, Vernichtung von tropischen Regenwäldern, Landvertreibung, gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, niedrigste Löhne, Kinderarbeit, Behinderung von Gewerkschaften usw.

Die Liste der negativen Begleiterscheinungen der konventionellen Bananenproduktion ist lang und ließe sich beliebig fortsetzen...

Ungerechtigkeiten sind im Welthandel an der Tagesordnung und gerade Kleinbauern sehen sich oft für sie undurchsichtigen Strukturen gegenüberstehen und sind dem Preisdruck des Weltmarktes gnadenlos ausgeliefert. Für ihre Produkte erhalten sie häufig weniger Geld, als sie für den Anbau aufbringen müssen.

Der Faire Handel bietet eine besondere Alternative:

Durch gerechtere Preise ermöglicht der Faire Handel benachteiligten KleinproduzentInnen in den Ländern des Südens, ihre Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Fairer Handel steht für partnerschaftliche und verläßliche Handelsbeziehungen, fördert die soziale Gerechtigkeit und den schonenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Ein wichtiges Merkmal ist die langfristige Zusammenarbeit, ein anderes der gerechtere Preis.

z.B. UROCAL in Ecuador:

UROCAL heißt übersetzt: Regionale Union der Bauernorganisationen der Küstenregionen in Ecuador.

25 Basisorganisationen (darunter Dorfkooperativen, Frauenkomitees und eine Kreditgenossenschaft mit insgesamt über tausend Mitgliedern) gehören heute zu UROCAL. Entstanden ist dieser Dachverband aus den Landkämpfen der sechziger Jahre. Die Bananen-Bauern von UROCAL gehören zu den ca. 5000 Kleinbauern im Lande, die etwa 60% der gesamten Bananenproduktion Ecuadors liefern. 20-25% wird von mittleren Plantagenbesitzern, der Rest von den großen transnationalen Konzernen und der einheimischen Familiendynastie Noboa angebaut. Ecuador hat weltweit einen Exportanteil von 34%.

Die Arbeitsbedingungen auf den Großplantagen sind schlecht, es gibt kaum gewerkschaftliche Organisierung. Für die Beschäftigten bleibt ein Hungerlohn, während sich das Land seiner niedrigen Produktionskosten rühmt.

Seit der Einführung des Dollars Anfang 2000 haben sich die Lebenskosten einer Familie um 92% verteuert und die Armut in weiten Teilen der Bevölkerung hat weiter zugenommen.

Seit 1998 kooperiert die Fair-Trade-Organisation BanaFair mit UROCAL. Ein Teil der BanaFair-Bananen wird von 14 Familien in dem kleinen Ort Las Palmas angebaut. Außer einer Schule, einer Kirche und einem Kiosk gibt es dort keinerlei Infrastruktur. Die Ausstattung der Familien mit elektrischen Strom, Trinkwasser und WC ist sehr unterschiedlich und nicht immer vorhanden. Der Handel mit BanaFair bedeutet oft die einzige stabile Einnahme zur Versorgung ihrer Familien. Vor dem Hintergrund der ökonomischen Krise in Ecuador und den schlechten Preisen der konventionellen Aufkäufer bietet der Faire Handel eine reale Entwicklungsperspektive - denn auch der Dachverband UROCAL erhält einen Teil des Mehrpreises für Gemeinschaftsaufgaben:

In Las Palmas wird ein kleines Gesundheitsprogramm finanziert. Zum Programm gehören die Einrichtung einer kleinen Apotheke, Schulungen über Hygiene, Gesundheitsvorsorge und Ernährung, Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität und die Einrichtung eines kommunalen Gemüsegartens. Zudem kann ein zweiter Lehrer an der Dorfschule bezahlt werden.

Hauptziele von UROCAL

  • Fairer Handel
  • Ökologisierung der Produktion (Anbau in Mischkultur und organische Düngung, mechanische Unkrautbekämpfung, Verringerung der Pflanzdichte auf den Feldern (Agro-Forst-System))

UROCAL hat sich dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben und die Ökologisierung der Produktion ist ein wichtiger Schritt dahin: die Böden bleiben fruchtbar und die Menschen gesünder. Nach mehr als drei Jahren partnerschaftlicher Kooperation mit BanaFair trägt das Projekt Früchte: UROCAL produziert Bio-Bananen in bester Qualität. Sie sind zertifiziert nach der EU-Bio-Verordnung durch BCS und - bisher einzigartig - auch vom Anbauverband Naturland®!

Joaquín Vásquez, Präsident von UROCAL, sagt: "Wir werden vollständig auf ökologischen Landbau umstellen, zum Wohle von Mensch und Natur. Doch dazu brauchen wir auch Freunde, die uns politisch unterstützen, Menschen, die unsere Produkte kaufen und bereit sind, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Solche Freunde haben wir im Fairen Handel gefunden."

(Quelle: Rudi Pfeifer, Geschäftsführer BanaFair e.V.)

Konkrete Zahlen

Prinzipiell werden Bananen per Schiff nach Europa transportiert. Eine genormte Bananenkiste enthält 19,5 kg Bananen.

In Ecuador existiert für Bananen ein staatliches Mindestpreissystem, das den Bauern knapp 2,90 Dollar pro Karton garantieren soll. Doch häufig halten sich die Exportfirmen nicht daran, zahlen 1 Dollar oder weniger.

Die UROCAL-Bauern dagegen erhalten von BanaFair 5 Dollar für ihre Bio-Bananen.

Der Genossenschaftsverband UROCAL selbst erhält noch einmal 2 Dollar für Gemeinschaftsaufgaben, Sozial- und Umweltprogramme.

Bananenbauer Insgesamt ist dies für die ProduzentInnen im Jahresdurchschnitt das Doppelte bis Dreifache des üblichen Marktpreises, den man allerdings angemessen nennen darf.

Zudem wird beim Verkauf jeder Kiste BanaFair-Bananen ein Projektbeitrag von 1,80 EUR erhoben. Dieser dient zur Förderung von sozialen, politischen, ökologischen und ökonomischen Projekten von Partnerorganisationen in anderen bananenproduzierenden Ländern.

"Die Zukunft der Erde erfordert eine ökologische und faire Wirtschaftsweise." (Rio, 1992). Aber Beschlüsse von internationalen Konferenzen allein schaffen keine neue Realität. Das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung erfordert neben den politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen auch eine praktische Umsetzung im Alltag: global denken, lokal handeln.

Lesen Sie außerdem: Einen Brief von Miguel Naula, Bananenbauer in Ecuador

Weitere Infos

BanaFair e.V.

Langgasse 41

63571 Gelnhausen

Tel: 06051/83660, Fax: 836677

mail:ed.riafanabnull@ofni

Internet: www.banafair.de

... und natürlich auch bei uns im Quilombo!

BanaFair Testsieger bei ÖKOTEST 

Im Heft 1/2018 von ÖKOTEST wurden die Bananen von BanaFair sehr gut bewertet bei einem Testfeld von 22 Marken.

Leere Bananenkisten abzugeben für Umzüge

Über die Non-Profit Organisation Banafair bekommen wir fast jeden Dienstag Vormittag mindestens 1 Kiste Fair- und Bio-Bananen aus Ecuador geliefert. Wir freuen uns mehr über einen kleinen Einkauf im Quilombo als über eine Spende für das Ausborgen unserer Kisten für Umzüge etc. Rufen Sie uns an.

Für die Leute, die nach außerhalb des Einzugsbereiches Dresdens ziehen und dadurch nach dem Umzug die Kisten nicht zurückbringen können, verschenken wir außerdem:

  1. mitunter normale große Pappkisten ohne Griffe
  2. kleinere Originalkisten z. B. von:
  • Rohrzucker aus Ecuador
  • Kaffee aus Cuba
  • Tee aus Tansania
  • Kakao aus Bolivien
  • Wein aus Algerien und Chile
  • Rum aus Cuba
  • Bananenchips aus den Philippinen

Sie können diese Informationen als Faltblatt herunterladen: Bananen Faltblatt (PDF)

Letzte Änderungen: Mittwoch, 16. Januar 2019, 14:47 Uhr