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Lieder und Liedtexte

Zwei Lieder von Gerhard Schöne sind innerhalb unserer Arbeit essentielle Begleiter (beide sind hier mit freundlicher Genehmigung von Ihm veröffentlicht):

Die Sorgenpüppchen

Sorgenpüppchenlied

Ich habe eine Spanschachtel mit winzigen, daumennagelgroßen Püppchen. Das sind Sorgen-püppchen, in Guatemala hergestellt. Ein Drahtskelett umwickelt mit Garn, etwas Stoff und einem Papiergesicht. Es heißt, dass ein Kind solch einem Püppchen abends seine Sorgen ins Ohr flüstern soll, dann bringt das Sorgenpüppchen die Sorgen fort.

Refrain:

Nachts ziehen sie los, die Sorgenpüppchen. Tragen schwer an dem Gepäck.

Kriegen all die Last nicht weg, die Sorgenpüppchen suchen überall nach Händen, die eine Sorge wenden könnten, die Sorgenpüppchen. Wer wohl eine Last mitträgt, sich ein Gepäckstück auferlegt. Die Sorgenpüppchen.

45.000 Kinder arbeiten in den Streichholzfabriken von Savakasi. Die sechsjährige Shobha zum Beispiel. Gern würde sie zur Schule gehen. Aber sie muss die Schulden ihrer Mutter abarbeiten. Der Geldverleiher hat sich das Mädchen als Pfand geholt und bekommt die 50 Pfennige Wochenlohn, die das Mädchen verdient. Die Kinder arbeiten im Akkord, bis zu 18 Stunden am Tag…

Der „Smoky Mountain“ in den Philippinen ist ein gigantischer Müllberg. Hier arbeiten Kinder ab dem 4. Lebensjahr von früh bis spät. Mit hundert anderen Kindern durchwühlt Nu’u tagtäglich diesen Berg nach allem, was irgendeinen Gebrauchswert noch hat: Knochen, Blechdosen, Glas, leere Tuben, Holz, Gummi, Plastik.

Oft schon hat er sich verletzt oder ist vom Müllwagen gefallen. In der Schule war er noch nie.

Aber einige hundert Familien haben sich organisiert und es ist ihnen gelungen eine eigene Schule bei dem Smoky Mountain aufzubauen.

Refrain: Nachts ziehen sie los die Sorgenpüppchen.

Die Teppichknüpferinnen Marokkos sind kaum älter als 16. Die Hälfte ist unter 12 Jahren.  Wenig Lohn, dafür Schläge und Misshandlungen sind die Regel. Der Wollstaub dringt in die Lungen der Kinder. Sie leiden unter Bronchitis, Asthma, Tuberkulose, Schädigungen der Augen, der Muskulatur und des Skeletts.

Ich kenne ihre Namen nicht und wusste nichts von ihnen, als ich im Kaufhaus diese handgeknüpften Teppiche bewunderte.

Refrain: Nachts ziehen sie los. Die Sorgenpüppchen.

Etwa eine Million Kinder versuchen in Mexiko Stadt auf der Straße zu überleben. So auch der Indianerjunge Daniel. Seine Familie brach unter der Armut auseinander. Er bekam die Schläge seines verzweifelten Vater ab. Seit seinem 6. Lebensjahr schlägt er sich nun durch mit betteln, Chipsverkauf, kleinen Diebstählen und als „Braut“ für ältere. Viele Straßenkinder versuchen ihr Elend zu betäuben. Sie schnüffeln aus Plastiktüten und Fläschchen hochgiftige Lösungsmittel. Es schädigt ihre Augen, Muskulatur und Hirn. Und es tötet sie nach 2-4 Jahren.

Der Laden (auf der CD “Sieben Gaben”)

War es Traum oder wirklich,
als ich in dieser Stadt
irgendwo in Gedanken einen Laden betrat?

Hinterm Tisch dieser Händler -
wirkte irgendwie fremd.
Verbarg mühsam zwei Flügel unterm lichtweißen Hemd.

Das Regal war bis unter die Decke
voll mit Tüten und Schachteln gestellt.
Doch im Dämmerlicht konnt´ ich nicht sehen,
was die eine um die andre enthält.

Nun, ich fragte den Händler:
“Was verkaufen Sie hier?”
“Alles was Sie sich wünschen, alles gibt es bei mir.
Das, wonach Sie sich sehnen,
was Sie froh machen kann,
was Sie schon nicht mehr hofften, alles biete ich an.”

Oh, wie hab ich mich da vor dem Händler
mit dem Wünsche-Aufsagen beeilt:
“Sie, ich möchte das Schweigen der Waffen
und die Brötchen viel besser verteilt.

Mehr Verstand in die Köpfe,
aus den Augen die Gier,
Eltern Zeit für die Kinder,
Achtung vor jedem Tier.
Helle Zimmer für alle,
Arbeit je nach Talent.”
Als ich Luft holen wollte, sprach er:
“Kleinen Moment!

Sicher haben Sie mich falsch verstanden,
wie ich hör, wollen Sie Früchte von mir,
ach nein, nein, ich verkauf keine Früchte,
nur die Samen dafür.”

Letzte Änderungen: Montag, 02. Januar 2012, 22:54 Uhr